Ratgeber · Reiseplanung
Stau vermeiden: die richtige Reisezeit
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Berufsverkehr und Freitagnachmittag
Werktags stauen sich die Autobahnen rund um die Ballungsräume vor allem morgens und am späten Nachmittag, wenn Pendler unterwegs sind. Am Freitagnachmittag kommt beides zusammen: der Heimweg von der Arbeit und der Start ins Wochenende. Wer flexibel ist, fährt früher am Tag oder erst am Abend.
Für längere Reisen empfiehlt der ADAC, antizyklisch zu planen: Montag und Dienstag gelten als die entspanntesten Reisetage, Freitag und Samstag zu Ferienbeginn als die schwierigsten. Wer am Wochenende fahren muss und ausgeruht ist, kann auf die Nacht ausweichen.
Ferienbeginn: wer wann startet
Damit nicht ganz Deutschland zugleich losfährt, legt die Kultusministerkonferenz die Sommerferien versetzt fest. Die Länder sind dafür in fünf Gruppen eingeteilt, deren Reihenfolge von Jahr zu Jahr wechselt. Bayern und Baden-Württemberg beginnen dabei regelmäßig als letzte.
- Gruppe I: Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein
- Gruppe II: Bremen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen
- Gruppe III: Nordrhein-Westfalen
- Gruppe IV: Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland
- Gruppe V: Baden-Württemberg, Bayern
Zum Ferienstart rechnet der ADAC vor allem am Freitagnachmittag und am Samstag mit langen Staus. Wer nicht am ersten Ferienwochenende fahren muss, umgeht nach seiner Einschätzung einen großen Teil davon. Die genauen Termine je Land veröffentlicht die KMK.
Feiertage und Brückentage
Vor langen Wochenenden wie Ostern, Pfingsten, Christi Himmelfahrt oder dem Tag der Deutschen Einheit fahren viele gleichzeitig los. Am Beispiel Himmelfahrt 2026 erwartete der ADAC die größte Staugefahr bereits am Nachmittag und Abend des Vortags; den Höhepunkt des Rückreiseverkehrs am Sonntagnachmittag und -abend. Für Freitag und Samstag dazwischen sagte er deutlich ruhigere Straßen voraus.
Die Faustregel daraus: nicht am Nachmittag vor dem Feiertag starten, sondern früher oder erst, wenn die erste Welle durch ist. Und für die Rückfahrt ist der Sonntagnachmittag die ungünstigste Zeit.
Lkw-Fahrverbote: Sonntag, Feiertag und Sommersamstag
Nach § 30 Abs. 3 StVO dürfen Lkw über 7,5 t sowie Anhänger hinter Lkw an Sonn- und Feiertagen von 0 bis 22 Uhr nicht zur geschäftsmäßigen Güterbeförderung fahren; für einige Transporte, etwa mit frischen Lebensmitteln, gibt es Ausnahmen. Welche Feiertage zählen, ist dort aufgelistet; einige gelten nur in bestimmten Ländern.
Dazu kommt die Ferienreiseverordnung: An allen Samstagen vom 1. Juli bis 31. August dürfen Lkw über 7,5 t und Lkw mit Anhänger von 7 bis 20 Uhr auf bestimmten Abschnitten großer Autobahnen nicht fahren, darunter Abschnitte der A1 bis A9. Staus durch den Reiseverkehr verhindert das nicht, es nimmt aber einen Teil des Schwerverkehrs aus den Hauptreiserouten.
Wenn Sie doch im Stau stehen
- Stauende sichern: Wer sich einem Stau nähert, darf und sollte den Nachfolgenden mit dem Warnblinklicht warnen; § 16 Abs. 2 StVO nennt genau diesen Fall.
- Rettungsgasse bilden, sobald nur noch Schrittgeschwindigkeit möglich ist. Wie das bei zwei, drei oder vier Spuren geht, steht im Ratgeber Rettungsgasse.
- Im Auto bleiben: Zu Fuß darf die Autobahn nicht betreten werden (§ 18 Abs. 9 StVO), auch nicht im stehenden Stau.
- Engstellen: Endet eine Spur, wird erst an der Engstelle eingefädelt, siehe Reißverschlussverfahren.
Die Live-Lage nutzen
Ein Blick vor der Abfahrt spart oft die längste Wartezeit. Die Live-Karte zeigt Staus, Unfälle, Baustellen und Sperrungen auf allen Autobahnen. Für Ihre Strecke hat jede Autobahn eine eigene Seite mit den Meldungen nach Richtung, etwa die A7 als wichtige Nord-Süd-Route. Für eine Region gibt es die Seiten nach Bundesland, zum Beispiel Verkehr in Bayern.
Viele Sperrungen für Bauarbeiten liegen in der Nacht. Wer spät losfährt, schaut deshalb auf der Seite Baustellen unter „Heute Nacht“ nach. Prüfen Sie die Lage unterwegs nur in der Pause oder lassen Sie es Beifahrende tun: Das Handy in die Hand zu nehmen ist am Steuer verboten (§ 23 Abs. 1a StVO).